Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Reinigen keine Lösung mehr ist. Das Silikon in der Dusche ist schwarz, porös oder löst sich an Stellen ab – und wer ehrlich ist, weiß: Das muss raus. Die gute Nachricht ist, dass der Silikontausch in der Dusche kein Handwerkerauftrag sein muss. Mit etwas Geduld und dem richtigen Vorgehen lässt er sich gut selbst erledigen.
Was es braucht, ist vor allem eines: Sorgfalt bei der Vorbereitung.
Was man vor dem Start braucht
Die Materialien sind überschaubar und in jedem Baumarkt erhältlich:
- Silikonentferner (Gel oder Spray) oder alternativ ein Cuttermesser und eine Silikonziehklinge
- Isopropylalkohol oder Brennspiritus zur Untergrundvorbereitung
- Sanitärsilikon mit Schimmelschutz – unbedingt auf den Zusatz „fungizid“ oder „schimmelresistent“ achten
- Kartuschenpistole, falls das Silikon nicht als Tube erhältlich ist
- Abklebeband für saubere Kanten
- Fugenglätter oder ein feuchter Finger zum Glätten
Wer das erste Mal Silikon erneuert, sollte etwas mehr Silikon kaufen als kalkuliert – Übung braucht Material.
Schritt 1: Altes Silikon vollständig entfernen
Das ist der aufwendigste Teil – und der wichtigste. Neues Silikon haftet nicht auf altem Silikon. Wer alte Reste stehen lässt, riskiert, dass die neue Fuge sich innerhalb weniger Monate wieder ablöst.
Mit einem Cuttermesser die Silikon-Raupe auf beiden Seiten einschneiden – oben und unten, entlang der Fuge. Dann lässt sich das Silikon in vielen Fällen als ganzer Streifen abziehen. Hartnäckige Reste mit einer Silikonziehklinge oder einem Silikonentferner-Gel lösen. Dem Gel genug Einwirkzeit geben – 30 Minuten sind realistisch, keine fünf.
Was danach übrig bleibt: Reste mit einer alten Zahnbürste oder einem Schleifpad vorsichtig entfernen. Der Untergrund muss am Ende wirklich sauber und frei von Silikonresten sein.
Schritt 2: Untergrund reinigen und trocknen lassen
Bevor neues Silikon aufgetragen wird, muss die Fläche gründlich gereinigt werden. Isopropylalkohol oder Brennspiritus entfetten den Untergrund und entfernen letzte Rückstände. Einfach mit einem sauberen Tuch abwischen.
Dann kommt der Schritt, den viele unterschätzen: vollständig trocknen lassen. Mindestens 24 Stunden, besser länger. Wer auf eine feuchte Fläche siliziert, riskiert schlechte Haftung und frühzeitiges Ablösen. Im Zweifelsfall noch einen weiteren Tag warten – es lohnt sich.
Schritt 3: Abkleben für saubere Kanten
Abklebeband auf beiden Seiten der Fuge aufkleben – knapp an der Stelle, wo das Silikon enden soll. Das klingt nach Perfektion, ist aber tatsächlich der Unterschied zwischen einer ordentlichen und einer unschönen Fuge. Gerade in Ecken und an Übergängen macht das Abkleben den optischen Unterschied.
Schritt 4: Silikon auftragen
Kartusche in die Pistole einsetzen, Spitze in einem 45-Grad-Winkel abschneiden – die Öffnung sollte nicht zu groß sein, sonst wird die Fuge ungleichmäßig. Gleichmäßig und ohne Unterbrechung entlang der Fuge ziehen, dabei leicht Druck auf die Pistole ausüben.
Wer zum ersten Mal siliziert, merkt schnell, dass die Geschwindigkeit eine Rolle spielt: Zu langsam ergibt zu viel Material, zu schnell zu wenig. Ein kurzes Üben an einer unauffälligen Stelle hilft.
Schritt 5: Glätten und Abklebeband entfernen
Direkt nach dem Auftragen mit einem feuchten Finger oder Fugenglätter die Fuge glattstreichen – in einem gleichmäßigen Zug, ohne abzusetzen. Dann sofort das Abklebeband abziehen, solange das Silikon noch frisch ist. Wer zu lange wartet, reißt beim Abziehen die Kanten mit.
In Ecken braucht es etwas mehr Fingerspitzengefühl. Hier hilft es, mit einem feuchten Wattestäbchen den Winkel nachzuarbeiten.
Schritt 6: Aushärten lassen
Das ist der Schritt, bei dem die meisten Fehler passieren – aus Ungeduld. Sanitärsilikon braucht je nach Produkt 24 bis 48 Stunden zum vollständigen Aushärten. In dieser Zeit darf die Dusche nicht benutzt werden. Kein kurzes Abspülen, keine Spritzer – das Silikon nimmt Wasser auf, bevor es ausgehärtet ist, und verliert dabei Haftung.
Die Herstellerangabe auf der Tube oder Kartusche gilt. Wer einen Tag früher duscht, spart keine Zeit – er riskiert, den ganzen Vorgang wiederholen zu müssen.
Was danach zählt
Neues Silikon mit Schimmelschutz ist ein guter Start – aber kein Dauerschutz ohne Pflege. Wer anschließend konsequent trockenwischt, regelmäßig lüftet und Kalk- sowie Seifenreste nicht lange stehen lässt, kann eine neue Silikonfuge deutlich länger schimmelfrei halten als die alte.
Wer die Ursachen des Schimmels im Blick behalten möchte, findet im Artikel zu den Ursachen von Schimmel in der Dusche eine gute Grundlage – und wer unsicher ist, ob tatsächlich nur das Silikon das Problem ist oder ob tiefer liegende Feuchtigkeit eine Rolle spielt, sollte das vor dem Erneuern klären, nicht danach.
